Die meisten Unternehmen, die mich anfragen, posten bereits. Was fast immer fehlt, ist die Entscheidung davor: Mit wem wollen wir hier eigentlich sprechen, und was soll diese Person danach anders sehen oder tun? Solange diese Frage offen ist, wird jeder Beitrag zu einem kleinen Kompromiss zwischen allen denkbaren Zielgruppen – und erreicht dadurch keine davon richtig.
Ich rate deshalb oft zu weniger. Ein Kanal, der regelmäßig, sorgfältig und mit erkennbarer Haltung gepflegt wird, bringt mehr als vier, auf denen der letzte Beitrag drei Monate alt ist. Ein verwaister Kanal ist nicht neutral; er erzählt Besucherinnen und Besuchern, dass hier niemand mehr hinschaut.
Ein Redaktionsplan wird gern als Ideensammlung missverstanden. In Wahrheit ist er eine Entscheidung über Kapazität: Wie viele Beiträge können wir in welcher Qualität wirklich stemmen, wer liefert Bilder, wer gibt frei, und was passiert in der Woche, in der alle im Urlaub sind? Ideen gibt es meist genug. Die Zeit, sie gut umzusetzen, ist das Knappe.
Auch bei der Auswertung lohnt sich Ehrlichkeit. Reichweite ist die Zahl, die sich am besten anfühlt und am wenigsten sagt. Aussagekräftiger ist, ob die richtigen Menschen reagieren, ob Anfragen kommen, ob jemand den Beitrag speichert oder weiterschickt. Ich berichte lieber über wenige Zahlen, aus denen sich etwas ableiten lässt.
Und manchmal ist die ehrlichste Antwort, dass Social Media nicht der richtige Weg ist. Wenn Ihre Kundschaft Sie über Empfehlungen, Ausschreibungen oder die Suchmaschine findet, wenn Sie kaum etwas zeigen können oder keine Ressourcen für laufende Pflege haben, dann sage ich das. Woran man das erkennt, klären wir im ersten Gespräch.
Ich verspreche keine virale Reichweite, weil sie niemand seriös versprechen kann. Ich kaufe keine Follower und keine Interaktionen. Und wenn ein Kanal sich für Ihr Unternehmen nicht lohnen würde, rate ich Ihnen davon ab – auch wenn das für mich weniger Arbeit bedeutet.